Ehemalige Synagoge Hainsfarth
   

Der Freundeskreis Synagoge Hainsfarth e.V.  wurde 1994 gegründet. Sein Hauptzweck ist die Wiederherstellung und der Erhalt der ehemaligen Synagoge. Er soll aber auch die Synagoge mit Leben erfüllen und darauf achten, daß die Nutzung der Synagoge dem Gedanken der Toleranz zwischen den Menschen dient.

Jahresprogramm 2019 im PDF-Format zum Herunterladen (Download)

 

   
  Verleihung des
  Rieser Kulturpreises
  2016 im Schloss
  Oettingen
   

Veranstaltungen 2019

81 Jahre seien seit der Reichspogromnacht vergangen. Das sei für Sigried Atzmon am diesjährigen Gedenktag nicht nur ein Anlass, die Tatsachen vor dem Vergessen zu bewahren, sondern, im Wissen um den Massenmord in deutschem Namen, zu Nulltoleranz gegen Antisemitismus aufzurufen. Gemeinsam müsse man verhindern, dass sich solche Taten wiederholen. Der Judenhass sei aber nicht über Nacht gekommen, sondern es seien dem viele Dinge voraus gegangen. Die Pogromnacht habe deutlich gemacht, dass Verbrechen gegen die Juden nicht mehr bestraft wurden, und weite Teile der Bevölkerung weggeschaut hätten. Jüngste Ereignisse in Chemnitz und Halle, verstärkter Polizeischutz und Fahndungen nach antisemitischen Gefährdern weckten Befürchtungen, ob die demokratischen Kräfte und die Erinnerung gegen die Bedrohungen stark genug seien.
In einer Gedenkrede nahm der Eichstätter Domkapitular Wolfgang Hörl Bezug auf das II. Vatikanische Konzil (1962-65), bei dem es in der katholischen Kirche grundlegende Änderungen in der Beziehung zu anderen Bekenntnissen gegeben habe.
Mit der lutherischen Kirche habe es in der Ablehnung des Naziregimes ab 1934 erste zaghafte Annäherungen gegeben. Das „Ökumenismusdekret“ des II. Vatikanischen Konzils habe erst einen Weg für einen fruchtbaren Dialog gebahnt. Heute sei er in vollem Gange, angestrebt werde eine Einheit in versöhnter Verschiedenheit der Konfessionen. So gebe es in der Frage nach der Rechtfertigung des Menschen vor Gott keine Unterschiede mehr, auch in der Beziehung von Schrift und Tradition sei man deutlich weitergekommen. Neuralgische Punkte seien nach wie vor das unterschiedliche Verständnis von Eucharistie.
Das Verhältnis Kirche und Judentum sei von Anfang an, von der Kreuzigung Jesu bis zum II. Vatikanischen Konzil, negativ geprägt gewesen. Die Juden galten als die Gottesmörder schlechthin. Für die Texte, die Predigten und die Katechese schäme er sich noch heute und sei froh, dass das Konzil unter Johannes XXIII. eine Wende vollzogen habe. Natürlich seien diese Schuld am Antijudaismus und am Antisemitismus. Das sei gar nicht zu leugnen.
Das neue theologische Denken verdeutliche sich in einer „Erklärung über die nichtchristlichen Religionen“. Die Kirche beklage im Bewusstsein des gemeinsamen Erbes alle VerfoIgungen, Hassausbrüche, und Manifeste zum Antisemitismus. Christus habe Juden und Heiden durch das Kreuz versöhnt und beide in sich vereinigt.
Das Orchester des Oettinger Gymnasiums gestaltete die Gedenkfeier mit einem „Quartett“ von G. Ph. Telemann, dem Hauptthema von „Schindlers Liste“ und J.S. Bachs Choralbearbeitung „Jesu bleibet meine Freude“. (emy)

   

Aktuelles  

Feier zur Pogromnacht

Domkapitular Wolfgang Hörl (Diözese Eichsstätt) spricht zur  . . .

Reichspogromnacht
Mit der berühmten „Air“ von Johann Sebastian Bach eröffnete das Schulorchester des Albrecht-Ernst-Gymnasiums die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth. Es war der 9.11.1938, als die Hetzjagd gegen die Juden mit der Zerstörung vieler Synagogen, mit Verhaftungen und Morden begann. Angesichts der aktuellen antisemitischen Vorfälle forderte Hainsfarths Bürgermeister Klaus Engelhardt bei seiner Begrüßung dazu auf, im Bekanntenkreis, an der Arbeitsstelle oder am Stammtisch gegen antijüdische Hetze Stellung zu beziehen.

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Der Stolperstein

Sich den Mächtigen nicht gebeugt zu haben, verdient einen “Stolperstein“.

„Ich weiß eigentlich nicht richtig, was mein Vater gemacht hat. Vielleicht finde ich das einmal heraus. Und wenn es schlimmer war, als ich gedacht hatte, dann wäre ich vielleicht bereit, die Wahrheit ein bisschen zu verändern“. „Schlimmer wäre es, wenn der Vater mitgearbeitet hätte, Konzentrationslager einzurichten – oder Juden in besetzten Ländern zu ermorden.“

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Israel, 71 Jahre von den Nachbarn bedroht

   Bild: Sadra Simovich wird von Sigi Atzmon in der Synagoge Hainsfarth begrüßt.

Der Besuch der Generalkonsulin Israels, Sandra Simovich, diene der Unterstützung des gemeinsamen Dialogs zwischen Israel und Deutschland. So begründete Sigi Atzmon, die 1. Vorsitzende des Freundeskreises der Synagoge Hainsfarth die Einladung an die Leiterin der diplomatischen Vertretung Israels für die süddeutschen Bundesländer. Sandra Simovich wies in ihrer Vorstellung darauf hin, dass sie bereits in den Jahren 2014 bis 2016 in der israelischen Botschaft in Berlin als Beraterin arbeitete und deshalb über Deutschland Bescheid wisse. Sie freue sich über ihre vor einem halben Jahr in München begonnene Aufgabe. Israels Stellung innerhalb seiner Nachbarn sei geprägt davon, dass es der einzige demokratische Staat im Nahen Osten sei.

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Sederfeier zum Pessahfest

 

Der Sederabend leitet das jüdische Pessah-Fest ein

Die Menschen betreten die ehemalige Synagoge Hainsfarth wie schon oft, doch heute ist alles ein wenig anders: Es riecht nach Essen. Sie stehen vor gedeckten Tischen. Heute gibt es eine Veranstaltung, wie es sie dort vorher noch nicht gegeben hat. Es wurde zum „Sederabend“ eingeladen, eine Feier, die das jüdische Pessahfest einleitet.

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Jewish Chamber Orchestra Munich

Emotionen aus der Zerrissenheit der Seele

Gustav Mahler ist den Musikliebhabern als Komponist großartiger Sinfonien bekannt. Dass er aber daneben, vor allem in seinen jungen Jahren, ein reichhaltiges Werk an Liedern geschaffen hat, ist bei dem Konzert des Jewish Chamber Orchesters Munich in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth offenbar geworden. Er schuf mit seinen Lied-Kompositionen nicht nur eine feinfühlige Musik, sondern gleichzeitig auch vielfarbige Gemälde, in denen sich Text und Töne in anschauliche Bilder verwandelten und die Zuhörer in die „Traumwelt“ Mahlers versetzten.

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Schonzeit vorbei

Schonzeit vorüber

Buchvorstellung Juna Grossmann
Ralf Lehmann, Juna Grossmann, Sigi Atzmon

Ist das eine Entgleisung oder ein gut gemeinter Ratschlag, wenn jemand zum Thema Antisemitismus in einer Diskussion sagt, er lehne das Tragen einer Kippa in der Öffentlichkeit  genauso wie das anderer sichtbarer religiöser Zeichen ab? Wäre dann alles gut, wenn die Juden Kippa und Davidstern ablegten? Wenn sie sich vor den Antisemitisten verstecken würden? Sind sie also selbst schuld, dass sie Hassmails in den sozialen Netzen und offene Anfeindungen empfangen? Diese Fragen bewegten auch die Autorin selbst und sie beträfen auch andere Gruppen in der Bevölkerung, die solchem grundlosen Hass ausgesetzt seien. Sie habe sich allerdings auch schon mit dem Koffer packen befasst, - Flucht aus der aufgeklärten demokratischen Gesellschaft!


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© Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Hainsfarth